Schlosskirche

Die Kloster und Schloßkirche Franzburg

Wurde zunächst als gotische Klosterkirche des Ordens der
Zisterzienser (Weiße Mönche) erbaut. Und wird in historischen Aufzeichnungen als “unvergleichbar groß” beschrieben (damals etwa 25 m x90 m).

1231 holte der Rügenfürst Witzlaw I. die
Ordensbrüder aus dem Mutterkloster Altenkamp in sein Territorium und gab ihnen
umfangreiche Rechte. Ziel war es, die Region geistlich, demographisch und
wirtschaftlich zu stärken. Die Zisterzienser mit ihrer straffen Ordensführung
waren dafür wie geschaffen. Das Kloster Neuencamp entstand und wurde zu einem
der einflußreichsten Klöster Pommerns. Ein Tochterkloster entstand auf
Hidensee.

Mit der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und der
Besitz fiel an das pommersche Herzogsgeschlecht. 1587 mit der Erbauung eines
Schloßes, entstand aus den Resten der Klosterkirche die Schloßkapelle nach
Torgauer und Stettiner Vorbild. Der Kirchenraum erhielt Renaissanceformen. Im
30-jährigen Krieg (1627) ging das Schloß unter, zurück blieb die Kapelle, die
fortan als Stadtpfarrkirche diente.

 

Außenbau:
Backsteinbau
mit Ostsakristei und halbrund vortretendem Treppenturm im Westen. In den 1580er
Jahren durch Umbau des Südquerarms der ehem. Kirche des Zisterzienserklosters
Neuenkamp entstanden, dabei die Nordseite in Renaissanceformen geschlossen.
Neugotische Überformung 1876/77 unter Michael Lübke.

Innenraum:

Tonnengewölbe mit Stichkappen. An der Nord- und Südseite massive
zweigeschossige Emporen, nach Norden, Süden und Westen finden sich
massive Pfeilerreste aus der Klosterzeit. Fenster, sowohl die Ostfenster
als auch
der Vierpaß am Eingang wurden bei den letzen Erhaltungsmaßnahmen für die
Gegenwart gestaltet

Ausstattung:
Kanzelkorb, Anfang 17. Jh. (aus
Deyelsdorf), mit gemalten Evangelisten. Kruzifix,
um 1723, von Elias Keßler, Stralsund. Orgel,
1906, von Paul Rother für das Gefängnis Santa Fu gedacht, Hamburg.
Mondsichelmadonna, um 1430. Sandsteinepitaph Ehepaar Berglese (†
1518/20).

Glocken:
Zwei Glocken: 1717, von Heinrich Schmidt,
Stettin; 1842, von Simon Zach, Stralsund.

(Text: Herr Axel Prüfer, Pfarrer
Bildmaterial: Herr Thomas Brandenburg)