Streifzug durch die Geschichte von Millienhagen

In der Gemeinde Millienhagen-Oebelitz liegt das Dorf Millienhagen, das bereits 1266 Besitz des St. Marien-Domkapitels zu Riga war. So ist es verständlich, dass es sich in diesem Jahr „Indaginis sancte Marie“ nannte.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Ort wie folgt genannt:

1322 Merenhagen

1384 Meryenhagen und auch Marienhagen

1434 Mergenhaghene

1508 Milligenhagen

1696 Millienhagen

1822 Millienhagen

1266 verkaufte der Landesherr Wizlaw II. von Rügen dem Dome zu Riga den Wald zwischen Wolfshagen und der großen Barthe und gestattete ihm die Besitznahme bis zur Grenze der Orte von Millienhagen und Gerhardshagen. 1384 kam Millienhagen teilweise in den Besitz des Klosters Neuenkamp.

Doch andere Teile des Ortes gehörten ritterlichen Familien und Stralsunder Bürgern. Die Teilung dörflichen Besitzes durch mehrere Eigner ist typisch für das Mittelalter. Immer mehr Eigentum erwarben die Mönche in Millienhagen und bewahrten es auch bis 1434.

Ab 1696 hatte das Amt Franzburg das Dorf im Besitz. Die Familie von Oebelitz hatte seit 1442 ebenfalls in Millienhagen Besitz.

1636 war auch Balzer Oebelitz mit Besitz in Oebelitz vertreten.

1696 gehörte der hiesige Ackerhof der Familie Oebelitz, welchen der Stralsunder Bürger Kath nur zu Pfandrecht besaß. Neben dem Kathschen Ackerhof gab es vier Bauernhöfe, wovon drei besetzt waren und dem Amt Franzburg gehörten. 1906 gehörte der Ort zum Kreis Franzburg und zum Amtsbezirk Papenhagen bei Richtenberg.

1928 gehörte des Rittergut Millienhagen den v. Köhlerschen Erben und wurde von Pächter Konow auf 154 Hektar bewirtschaftet.

(Uwe Hein)

 

Streifzug durch die Geschichte von Oebelitz

Der Name des Ortes ist slawischer Herkunft und wird als ein ursprünglicher Gewässername gedeutet. Vielleicht wurde der Ort aber auch nach der Familie v. Oebelitz benannt.

Nach Oebelitz nannte sich eine ritterschaftliche Familie und wurde erstmalig mit Guszlaus als Zeuge des Rügenfürsten Wizlaw II. 1269 bei der Schenkung des Dorfes Buchholz für das Zisterzienserkloster Neuenkamp belegt.

Sicherlich ist der 1273 genannte Johannes de Oebelitz ein treuer Vasall seines rügenschen Landesherren gewesen. Man muss nämlich wissen, dass zum Fürstentum Rügen damals nicht nur die Insel Rügen gehörte, sondern auch vorgelagertes Festland.

Die Lückenhaftigkeit der Urkunden macht es leider nur möglich, die Familie Oebelitz erst 1524 mit Heinrich und Vicke Oebelitz auf ihren Stammsitz nachzuweisen. Die Familie von Oebelitz hatte damals auch Besitz in Duvendick, Wüstenhagen und Millienhagen. Doch wird der Name des Adelsgeschlechtes Behr bereits als anteilig am Besitz im Dorfe Oebelitz 1425 und 1474 genannt. 1696 gehörte Oebelitz zum einen dem Stralsunder Bürger Gottfried Kathe, zum anderem dem Landrat Gützlaff Ernst Normann und ein dritter Teil befand sich im Pfandbesitz der Erben Ernst Ulrichs von Wakenitz, der ihn aber an den Pensionsarius Martin Lukow verpachtete.

Beachtlich ist, dass es seinerzeit einen Leinenweber in Oebelitz gab.

Während sich das Dorf 1618 Öbels nannte, kann man 1696 von Öwelitz lesen und 1822 dann Oebelitz.

Im Jahre 1906 wohnten im hiesigen Rittergut Oebelitz 49 männliche und 45 weibliche Personen, deren Kinder im Ort zur Schule gehen konnten.

Die überwiegend in der Landwirtschaft arbeitenden Dorfbewohner unterstanden dem Amtsbezirk Papenhagen und mussten Streitigkeiten im ehemaligen Franzburger Amtsgericht ausfechten. Auch 1917 war Oebelitz ein Rittergut mit jeweils 45 männlichen und weiblichen Seelen. Die kleine Kirche (Kapelle) gab es damals schon lange nicht mehr in Oebelitz.

Letzte Besitzer des Rittergutes Oebelitz waren die v. Köhlerschen Erben, die dieses Gut durch die mit ihnen verwandte Familie von Keffenbrink erhalten hatten.

Ab 1900 saß die Gutspächterfamilie Holstein auf Oebelitz, denen die Köhlerschen Erben das Gut bis 1945 verpachtet hatten.

(Uwe Hein)