Geschichte Manschenhagens

Manschenhagen hieß anfangs Malzenhagen, auf einigen alten Karten auch Münzenhagen. Es war ein Bauernhof mit 9 Bauern. Das Dorf scheint schon früh in einen landesherrlichen und einen adligen Anteil geteilt gewesen zu sein. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts übereigneten Kurt Moltke auf Redebas 1443 und Wartislaw IX. 1456 dem Kloster Marienkron bei Stralsund wiederverkäufliche Renten, und der Herzog bestätigte dazu den Nonnen, was ihnen sein Vetter Barnim VIII. (gest. um 1451) in Manschenhagen verkauft oder versetzt hatte.
Ein Jahrhundert darauf, 1569, wird der Amtsanteil auf 2 Bauern mit 4 ½ Hufen angegeben. Daneben hatten noch die Totenbergs und die Stadt Barth Anteilbesitz. Barth hatte 1355   3 Hufen in Manschenhagen gekauft. Die Stadt macht später das Land zusammen mit 1 Hufe in Balkenkoppel zu einem Kirchenlehen und verwandelte dieses 1550 in ein Stipendium für Studierende. Die Pachtgelder sollten „künftig fleißigen Studierenden zukommen, solange sie auf der Universität sind, besonders den Stadtkindern. Das Stadtkind sollte vom Rat vorgeschlagen und vom Superintenden geprüft und bestätigt werden. Nach Streitigkeiten wegen der Verleihung des Stipendiums zwischen Herzog Bogislaw XIII. und dem Rat kam es am 13. Februar 1588 zu einem Vergleich zwischen Kirche und Stadt. Es sollte „das Stipendium nur Barther Kindern, solange sie auf der Universität studieren, allda ihren Studien fleißig, obliegen und sich frömmlich, ehrlich und wohl verhalten“, gegeben werden.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Manschenhagen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der adlige Anteil gehörte damals dem Christopher Behr auf Semlow, ein kleinerer Baltzer Dotenberg. Daneben bestand der Anteil der Stadt Barth, über den es in einem Schriftstück von 1665 heißt: „… in Malzenhagen 4 Landhufen bei 2 Bauernhöfen, welche aber in der letzten Kriegszeit total ruiniert und heruntergerissen sind, daher der Acker großenteils bewachsen und so bald nicht wieder in Kultur zu bringen ist. Das eine Haus ist das Jahr wieder angebaut, dabei etwa 4 (pomm.) Morgen mit Roggen besät und mag an Sommersaat etwa 10 Morgen noch besäet werden, macht bebauten Acker 10 Morgen. Das übrige liegt wüst“.
1696 gehörte der adlige Anteil Johann von Offen auf Saatel. Damals saßen 3 Pächter in Manschenhagen. Der Acker wird als Lehmboden, z.T. sandgemischt beschrieben; Ertrag das 2., höchstens das 3. Korn. An Vieh standen bei dem ersten Pächter 8 Pferde, 4 Zuchtochsen, 22 Kühe und Jungvieh, bei dem zweiten 8 Pferde, 2 Ochsen, 15 Stück altes und junges Rindvieh und bei dem dritten 8 Pferde und 9-10 Kühe. 
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die Höfe nach und nach zu einem Großbetrieb zusammengelegt. Die Stadt Barth hatte ihren Anteil 1758 wegen Geldmangels verkauft.
Im 19. Jahrhundert gab es in Manschenhagen keinen Bauern mehr, es war ein reiner Gutsbetrieb geworden. Bei der Volkszählung von 1861 hatte es 80 Einwohner. Gegen Ende des Jahrhunderts (1898) wohnten in Manschenhagen 65 Menschen in 3 Wohnhäusern.
Bis in die zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts mündete der Zufahrtsweg nach Manschenhagen von Osten her nördlicher Friedrichshof in den Weg Velgast-Karnin. Der jetzige Hauptzufahrtsweg ist erst nach dem ersten Weltkrieg von dem damaligen Besitzer angelegt worden. Bis 1945 war es ein „Privatweg“, also keine öffentliche Straße. Es war eines der ersten großen, gemeinschaftlich durchgeführten Vorhaben der im Ortsteil Manschenhagen neu gebildeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, diesen Landweg 1953/1954 zu einer festen Straße auszubauen. Der gesamte dazu benötigte Schotter und Schutt ist damals mit Pferdefuhrwerken vom Flugplat Barth herangefahren worden, jede Fuhre eine Tagestour, ein heut noch kaum vorstellbares Unternehmen!
 
 
Quelle: Chronik der Gemeinde Velgast