Das Franzburger Wappen

Wappenbeschreibung:

Das Wappen zeigt in blau eine silberne Burg mit gezinnten kuppelbedachten Torbau, auf dem roten Kuppeldach ein niedriger Turm mit drei schwarzen Fenstern, einem Zinnenkranz und rotem Kuppeldach, zu beiden Seiten des Torbaus auf der Mauer je ein Turm mit zwei schwarzen Fenstern, einem Zinnkranz, alle Türme besteckt mit einem goldenem Kugelstabkreuz, über dem rechten Turm ein schwebender goldener Buchstabe F, über dem linken Turm ein schwebendes goldenen B; beide Buchstaben überhöht von einer goldenen Fürstenkrone, im offenen Tor ein aufgerichteter, Gold bewehrter roter Greif mit untergeschlagenem Schweif.

Historisch-heraldische Erläuterung
Auf den Trümmern der an der Faulen Trebel gelegenen Anlage des 1231 gestifteten und 1535 aufgehobenen Zisterzienserklosters Neuenkamp ließt Herzog Bogislaw XIII. von Pommern-Barth in den Jahre 1579-1587 ein Schloss errichten. Im Zusammenhang mit diesem Schlossbau gründete er 1587 mit einigen Adligen eine Stadt nur für Kaufleute und Gewerbetreibende. Zu Ehren seines Schwiegervaters Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg gab er dem Schloss und der Stadt den Namen Franzburg. Bis 1605 war Franzburg Residenz.
Im Dreißigjährigen Krieg verheerten kaiserliche Truppen das Schloss, sein Zerfall begann, die letzten Reste wurden 1876 beseitigt. Seit 1648 gehörte die fast zerstörte Stadt zu Schwedisch-Pommern. Erst nach 1722 erfolgten der Wiederaufbau der Hauptstraße und die Anlage einer Neustadt.
Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt wiederholt von Bränden heimgesucht. 1806 wurde Franzburg Sitz des gleichnamigen Amtes, 1810 des gleichnamigen Kreises. 1815 kam Franzburg zur preußischen Provinz Pommern.
 
Als im Herbst 1925 infolge eines Brandes das Landratsamt nach Barth verlegt wurde, verlor die Stadt zusehends an Bedeutung. In dem nach älteren Siegelbildern etwa 1612 gestalteten Wappen steht die Burg zum einen als redendes Zeichen für die Endsilbe des Stadtnamens, zum anderen könnte sie zugleich auf das anstelle des einstigen Klosters errichtete Schloss hindeuten. Mit dem Greifen wird auf die Zugehörigkeit der Stadt zum Herzogtum Pommern verwiesen. Die Großbuchstaben und die Kronen deuten auf die Namensgeber, Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg und den Stadtgründer Herzog Bogislaw XIII. von Pommern-Barth.
Quelle: Auf Schild und Flagge
Die Wappen und Flaggen des Landes MV und seiner Kommunen
Hans-Heinz Schütt