Naturlehrpfad Hellberge

folgende Tafeln sind auf dem "Naturlehrpfad Hellberge" aufgestellt und informieren über Pflanzen,Tiere oder historischen Fakten.

Naturlehrpfad Hellberge
Tafel 1:
 
Naturlehrpfad Hellberge
 
Der Naturlehrpfad führt durch einen Teil des Naherholungsgebietes im Süden der Stadt Franzburg.
 
Er soll informieren über Erscheinungsformen der abwechslungsreichen Landschaft, insbesondere
v über die Feuchtgebiete (Kartenzeichen),
v über die Trockengebiete (Kartenzeichen) und
v über die geologischen Verhältnisse.
 
Er soll aber vor allem informieren über die in diesem Gebiet lebenden typischen Pflanzen und Tiere.
 
Der Verlauf des Weges ist so (Kartenzeichen) gekennzeichnet. Seine Gesamtlänge beträgt 7 km.
An der Mönchsquelle
Tafel 2
 
An der Mönchsquelle
 
Die Mönchsquelle befindet sich am Nordhang des Mühlenberges. Sie erinnert an das 1231 gegründete Zisterzienserkloster.
Die Mönche mussten von ihrer Hände Arbeit leben. Der Leitspruch „ora et labora“ (bete und arbeite) regelte den Tagesablauf.
 
Die Umgebung des Klosters war einsam und fast menschleer. Die Mönche machten durch harte Arbeit, gemeinsam mit den zugewanderten Bauern und Handwerkern aus einer Einöde eine blühende Landschaft. Bei der ehemaligen Schule Neumühl (heute Forsthaus) wurde mit Hilfe eines Staudamms ein großer Teich angelegt, der der Fischzucht diente.
 
Die Brunnenanlage selbst wurde 1982 restauriert. Die beiden Säulenkapitelle, die an ihrem Boden liegen, stammen aus dem Kloster. Das Wasser des Brunnens ist trinkbar.
Im Landschaftsschutzgebiet Hellberge
Tafel 3
 
Im Landschaftsschutzgebiet Hellberge
 
Wir befinden uns hier bereits im Landschaftsschutzgebiet Hellberge, einem Gebiet mit besonderem Schutz von Natur und Landschaft.
 
Gründe der Unterschutzstellung:
  • Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes
  • Besondere Bedeutung für die Erholung
Charakter der Landschaft
  • Stark gegliedertes Gelände mit fast gehölzfreien Hangpartien und
  • Kleinflächigen Wechsel von Magerrasen, Besenginsterheide, Grünland, sumpfigen und moorigen sowie ausgedehnten Waldflächen
Verboten
  • Sind in diesem Gebiet alle Handlungen, die den Charakter der Landschaft verändern oder
  • Den besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen.
Naturschutz
  • wildlebende Tiere und Pflanzen und ihre Lebensgemeinschaften sind zu schützen und zu pflegen
  • allgemeiner Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen
Im Tal der Blinden Trebel
Tafel 4
 
Im Tal der Blinden Trebel
 
Die Hellberge sind Teil der „Franzburger Staffel“, einem Höhenzug, der südlich von Ribnitz beginnt und sich über Semlow,  Franzburg, Poggendorf, Dargelin und Züssow bis nach Usedom erstreckt. Es handelt sich um eine Endmoräne, die gegen Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 12.000 Jahren entstand. Sie überragt die bei Franzburg etwa 20 bis 30 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Grundmoränenflächen um etwa 10 Meter (max. 38,3 m über dem Meeresspiegel).
Südlich der Endmoränen lagerte das Schmelzwasser Sandmasen ab, die Sander, und floss in der Schmelzwasserbahn in Richtung Urstromtal ab.
 
Das Tal der Blinden Trebel lwurde als Längsspalte im Inlandeis angelegt. Während der Eisschmelze leitete es die Schmelzwasser zum Grenztal (bei Tribsees) ab. Als die Schmelzwasser ausblieben, war die Talsohle für die Blinde Trebel zu breit, es kam zur Verlandung und der Bildung von Niedermoortorf und, im Ergebnis von unsinnigen Meliorationsmaßnahmen, zum heutigen Bild der Landschaft.
Feucht-Lebensräume
Tafel 5 
 
Feucht-Lebensräume
 
Merkmale:  
Feuchter und mooriger Boden durch reichliche Wasservorkommen. Die Feuchtgebiete sind sehr vielgestaltig. In unserem Bereich finden wir das Flachmoor, den Bruchwald, die Seggenwiese und das Feuchtgrünland.
 
Pflanzen:
Hier gedeihen fleischige Sumpfgewächse mit schwammigen, wassergefülltem Stengel- und Blattgewebe (Sumpf-Dotterblume, Fieberklee).
Aber auch Pflanzen mit schmalen Blättern und harter Oberfläche finden hier günstige Lebensbedingungen (Seggen, Binsen, Gemeines Schilf).
Besonders wertvoll sind die an kalkreichen und nährstoffarmen Standorten wachsenden Orchideen (Breitblättriges Knabenkraut, Große Händelwurz, Großes Zweiblatt).
Zu den typischen Holzgewächsen in den Bruchwäldern und im Gesträuch gehören die Moor-Birke, die Schwarz-Erle und verschiedene Weidenarten.
 
Tiere:
Besonders groß ist die Zahl der hier vorkommenden Gliedertiere. Zu ihnen gehören:
v Schmetterlinge (Schönbär, Blutstropfen),
v Käfer (Laubkäfer),
v Spinnen (Wolfsspinne)
v Ringelwürmer (Regenwurm)
 
Die Weichtiere sind unter anderem durch viele Schnirkelschnecken und die große Wegschnecke vertreten.  
Außerdem sind verschiedene Lurche zu beobachten (Erdkröte, Moorfrosch), viele Vögel (z.B. Schilfrohrsänger) und auch Säugetiere (z.B. Feldmaus).
Trockene Lebensräume
Tafel 6
 
Trockene Lebensräume
 
Merkmale:
Trockene, nährstoffarme und durch ungehinderte Sonneneinstrahlung relativ warme Mineralbodenstandorte.
 
Pflanzen:
Die hier vorkommenden Trockenpflanzen (Xerophyten) sind unter anderem so gebaut, dass sie vor Wasserverlusten durch übermäßige Verdunstung geschützt werden.
Sie sind meist klein, bilden Rasen oder Polster, haben eine geringe Blattfläche und ein weitverzweigtes Wurzelsystem (gemeiner Thymian, Heidekraut, Rotes Straußgras).
Einige Pflanzen haben ihre Blätter mit schützenden weißsilbrigen Haaren umkleidet (kleines Habichtskraut, Silber-Fingerkraut).
Häufig werden auch Blätter und Stengel von einer schützenden Wachsschicht überzogen (Berg-Haarstrang).
Andere Pflanzen können ihre Blätter am Tage einrollen, um den am Tage auftretenden Wasserverlust auszugleichen (Schaf-Schwingel).
Der Besenginster wirft seine Blätter im Sommer fast völlig ab.
Einige einjährige Pflanzen überstehen den heißen Sommer nur in Form von Samen (Frühlings-Hungerblümchen).
Einige Pflanzen schützen sich vor der Abweidung durch Dornen oder Stacheln (Golddistel, Stengellose Kratzdistel, Kriechende Hauhechel).
 
Tiere:
Die Trockenräume sind Lebensraum für viele Tiere.
Besonders zahlreich sind sonnenliebende Kerbtiere vertreten.
Von den Kerbtieren ernähren sich viele andere Tiere (z.B. Feldlerche, Neuntöter).
Aber auch Säugetiere (z. B. Wildkaninchen finden hier ihren Lebensraum.
 
Aus der Vogelwelt
Tafel 7
 
Aus der Vogelwelt
 
Vögel spielen in der Natur eine bedeutende Rolle, da sie erheblich zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts beitragen.
So verhindern die Greifvögel und die Eulen die übermäßige Vermehrung von Mäusen und Wühlmäusen.
Die insektenfressenden Vögel bewältigen die gefährliche Überzahl schädlicher Insekten. Eine Meise verbraucht pro Jahr etwa 120.000 Insekten.
Daher sind alle freilebenden nicht jagdbaren Vögel geschützt.
 
Viele Vögel erfreuen uns durch ihre Anmut, durch ihr farbenprächtiges Gefieder und vor allem durch ihren Gesang.
Manche Vogelarten können wir ganzjährig bei uns beobachten, andere jedoch nur vom Frühjahr bis zum Herbst (Zugvögel).
 
 
Unsere Großpilze
Tafel 8
 
Unsere Großpilze
 
Ihre Anzahl schätzt man in Mitteleuropa auf etwa 3.500 Arten. Darunter einige hundert essbare, aber nur etwa 100 Marktpilze und noch weniger wirklich schmackhafte Speisepilze und etwa 160 bekannte Giftpilze (davon etwa 20 Arten lebensgefährlich).
 
Lebensräume und Lebensweise:
Pilze besitzen kein Blattgrün. Sie leben vom Abbau toter und lebender organischer Substanz. Der eigentliche Pilz wächst als feines Fadengeflecht im Boden oder auf anderem Substrat. Wir sammeln nur die Fruchtkörper.
 
Die Mehrzahl der Großpilze gehört zu den bodenbewohnenden Saprophyten (Fäulnisbewohner). Sie verwandeln Tier- und Pflanzenreste, Holz und Laubstreu in Humus (Bodenhaltung bzw. Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit).
Eine große Zahl ist Holzbewohner. Dazu gehören unter anderem Hallimasch, Stockschwämmchen, die Krause Glucke, aber auch der giftige grünblättrige Schwefelkopf (bewirken schnellen Holzabbau). Der Hallimasch lebt auch parasitisch an lebendem Holz (ruft große Schäden hervor).
Viele Pilze leben in Symbiose (Lebensgemeinschaft) mit anderen Waldbäumen.
Gold-Röhrlinge wachsen nur unter Lärchen, Birkenpilze nur unter Birken.
Andere Pilze finden wir im Laub- und Nadelwald: Perlpilze, Maronen, aber auch Kahle Kremplinge und Gallenröhrlinge.
 
Pilze und Naturschutz:
Die Pilze haben große Bedeutung im Haushalt der Natur, deshalb sollten sie maßvoll gesammelt werden (Beschränkung auf den wirklichen Bedarf; Schonung aller nicht speisewürdigen Pilze).
Geschätzt sind unter anderem alle Leistlinge (z.B. Pfifferlinge) und alle Raufußröhrlinge (Birkenpilze, Rotkappen). Das Sammeln in kleinen Mengen ist jedoch gestattet.
Lebensraum Wald
Tafel 9
 
Lebensraum Wald
 
Seit dem Jahre 1910 sind 211 Hektar des jetzigen Landschaftsschutzgebietes Hellberge bewaldet (etwa ein Drittel der Fläche). Es handelt sich überwiegend um Erstaufforstungen ehemaliger armer Ackerböden.
 
Bestandsbestimmende Holzarten sind Fichte, Kiefer und Eiche. Mit einer zielstrebigen Umwandlung der Monokulturen wurde Ende der sechziger Jahre begonnen. Etwa ein Drittel der Fläche (67 ha) wurde nach Kahlschlag wieder aufgeforstet:
v 35 Hektar mit Nadelhölzern (Douglasie, Nordmann Tanne, Küstentanne, Japanische Lärche, Europäische Lärche und Fichte
v 12 Hektar mit Laubhölzern Buche und Eiche
 
Der Laubholzanteil soll aber weiter erhöhte werden!
 
Durch die monotonen Fichten-, Kiefern- und Eichenreinbestände bietet der Wald dem darin lebenden Wild weinig Abwechslung im Nahrungsangebot. Vorhanden sind vor allem Himbeere, Brombeere, Besenginster, Farne und verschiedene Gräser, aber wenig Verbisshölzer.
 
An bemerkenswerten Pflanzen sind vorhanden: Keulen-Bärlapp, Sprossenden Bärlapp, Stechginster, Eichenfarn, Riesen-Knöterich und Trauben-Holunder.
 
Wirtschaftswildarten des Gebietes sind vor allem: Rotwild, Damwild, Rehwild, Schwarzwild, Hasen und Wildkaninchen.
Außerdem leben hier: Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder, Iltis, Großes Wiesel, Mauswiesel und Eichhörnchen.
 
Aus der Vogelwelt seien genannt: Schwarzspecht, Roter Milan, Habicht, Sperber, Waldkauz, Mäusebussard, Kolkrabe, Nebelkrähe, Eichelhäher, Elster und Ringeltaube.
Die Hügelgräber
Tafel 10
 
Die Hügelgräber
 
Bei den Hügelgräbern handelt es sich um Gräber aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Sie gehören zu den Bodendenkmalen und sind als Bodenaltertümer unter Schutz gestellt.
 
Die Hügelgräbersitte wurde von der älteren Bronzezeit an bis in die Zeit der slawischen Besiedelung in unserem Gebiet ausgeübt (1800 bis 500 v.u.Z.).
 
Älteren Ursprungs sind die beiden Großsteingräber auf der Gemarkung Neumühl (etwa 1,5 km südwestlich von hier), die in die Jungsteinzeit gehören (2300 bis 1800 v.u.Z.) Es sind aber nur noch Reste davon vorhanden.