Auf dieser Seite erfahren Sie viel Interessantes zum Umwelt- und Naturschutz. Der NABU, Ortsgruppe Franzburg, informiert hier in seinen Tätigkeitsberichten zum Thema Umwelt- und Naturschutz in den Hellbergen.

Geschichtliches zum Naturschutz in Franzburg
Auch die Landschaft hat eine Geschichte.
Eine Geschichte über Entstehung, ihrer Nutzung damit ihrer Veränderung. In die Waldlandschaft der Nacheiszeit drang der Mensch ein, um sie zu verändern. Der dichte Wald wurde an immer mehr Stellen aufgelichtet. Neue Pflanzen und Tiere wurden in den offenen Lebensräumen heimisch. Mit der Zunahme der genutzten Lebensräume heimisch. Mit der Zunahme der genutzten Lebensräume stieg auch die Artenvielfalt. Auch in unseren heimischen Gefilden.
 
Im Ergebnis der letzten Eiszeit entstanden, sind die trockenen, sandigen Hügel mit den benachbarten Feuchtgebieten in unserer reliefarmen Landschaft etwas Besonderes. Wollen wir sie in ihrer pflanzlichen und tierischen Vielfalt erhalten, wollen wir es weiter bunt haben, müssen wir etwas tun. Eine Beweidung der Trockenhänge und der Wiesen ist unbedingt erforderlich, reicht aber nicht aus. Da i Laufe der Zeit auch Pionierpflanzungen wie die Schlehen und wärmeliebenden Arten wie der Besengingster eindrangen, die den  Schafen widerstehen, muss immer wieder von Menschenhand eingegriffen werden, damit sie nicht die bunte Vielfalt unterdrücken.
Zurzeit arbeitet deshalb eine Arbeitsgruppe des Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrums in den Hellbergen. Betreut werden die durchzuführenden Arbeiten von der Ortsgruppe des NABU Franzburg.
Die Wahrnehmung dieser Aufgaben hat mittlerweile eine vierzigjährige Geschichte und war seit 1968, neben den vielen anderen Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes, immer das Hauptanliegen in unserem Bereich.
Erstreckte sich die Tätigkeit einzelner ehrenamtlicher Naturschutzhelfer zunächst auf die Erhaltung einiger weniger besonderer Lebensräume und auf den Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten, wurde schließlich doch anerkannt, dass eine organisierte Tätigkeit erfolgsversprechender ist.
In Franzburg konnten im Jahre 1968 neue Naturfreunde für die Arbeit im Naturschutz gewonnen werden, sodass nunmehr eine Gruppe von sieben Naturschutzhelfern aktiv wurde. Im Verlaufe der Jahre gab es Höhen und Tiefen (z.B. die Ablehnung der Wiederherstellung des ehemaligen Richtenberger Sees), zeitweilig mehr und dann auch wieder weniger Unterstützung, aber der Naturschutz hatte sich in Franzburg etabliert.
Eine falsch verstandene  Ödlandaufforstung und die „Meliorationsmaßnahmen“ im Bereich der Blinden Trebel führten zu nachteiligen Veränderungen in der Landschaft. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern gründete sich, von den noch verbliebenen vier Naturschutzhelfern im Jahre 1985 die „Interessengemeinschaft Natur und Umwelt“. Sie umfasste zunächst zehn Mitglieder, die an die früheren Aktivitäten anknüpften und durch regelmäßige Arbeitseinsätze Veränderungen bewirkten.
Dabei ging es vor allem um die Erhaltung des Kalkflachmoores mit seiner einzigartigen Pflanzenwelt und später dann zunehmend auch um die herrlichen Trockenhänge, deren bunte Vielfalt durch Verbuschung bedroht wurde.
Das war dann aber schon Aufgabe der Ortsgruppe des Naturschutzbundes, die im Jahre 1990 aus der Interessengemeinschaft hervorging.
Dieser Ortsgruppe ist es, im Zusammenwirken mit den staatlichen Organen und den Vertretern öffentlicher Interessen gelungen, nicht nur den Charakter der Landschaft zu erhalten, sondern die in ihr vorhandene Vielfalt sogar zu steigern. Dieser Zielsetzung werden sich die Mitglieder weiterhin widmen, neben den vielen anderen naturschutzfachlichen Anliegen in unserem Bereich.
Genannt seien nur die Beobachtungen und Erfassung des sich entwickelnden Pflanzenlebens an unserem neu entstandenen See (die Vogelbeobachtungen wird von unserem Kreisvorstand organisiert), die Mitarbeit an Projekttagen der Schüler des Grimmener Gymnasiums sowie die Betreuung besonderer Pflanzenvorkommen vor allem im ehemaligen Landkreis Stralsund. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aller, denen die Schönheit unserer Landschaft am Herzen liegt und würden gern weitere Mitstreiter in unsere Reihen aufnehmen.
 
Gez. Georg Matthes
Vorstand der Ortsgruppe
 
Blütenvielfalt wird dauerhaft gesichert
Kleinod in der Landschaft
Blumenwiesen mit einer reichen Kleintierwelt aus Tagfaltern, Heuschrecken, Hummeln, Wildbienen und Eidechsen sind heutzutage leider eine Seltenheit. Die Trockenhänge der Hellberge südlich von Franzburg sind solch Kleinod, wo es dieses Bild noch gibt. Viele Bürger kennen sie vom eigenen Besuch. Als schönsten Teil des gleichnamigen Landschaftsschutzgebietes (LSG) mit europäischen Fora-Fauna-Habitat-Schutzstatus sind sie durch jahrhundertelange Beweidung mit Schafen entstanden. Denn auf den mageren, sandigen Böden aus der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren lohnte sich der Ackerbau nicht. So konnten sich seltene Pflanzen ansiedeln, die anderswo keine Chance mehr haben, viele davon als wichtige Heilpflanzen.
Als Beispiele der Flora seien genannt: Grasnelke, rundblättrige Glockenblume, Johanniskraut, Hauhechel, Thymian, Heide-Nelke, Silbergras, Besenheide und Cladoria-Flechten. Aktuell sind weit über 100 Pflanzenarten nachweisbar, davon 40 Rote-Listen-Arten. Dadurch gilt die Stadt Franzburg als Eigentümerin der Flächen bereits heute als ein touristischer Meilenstein für Naturliebhaber und die Naherholung. Die nächsten ausgedehnten Trockenhänge befinden sich übrigens erst wieder im Südosten Rügens auf dem Mönchgut.
 
Natur der Trockenhänge ist für alle erlebbar
Wegen der landesweiten Bedeutung entstand bereits im November 1994 ein ausgeschildeter Lehrpfad durch die Trockenhänge, um jederzeit eigene Erkundungen der Naturschönheiten zu ermöglichen. Zusätzlich werden auch geführte Botanische Wanderungen angeboten. Ergänzend hat die Kreisnaturschutzbehörde eine kostenlose Informationsbroschüre mit weiteren Informationen herausgegeben.
 
Neue Lösung für das Problem der Offenhaltung
Aber als extensives Kulturhand sind Trockenrasen ständig nutzungsabhängig. Wie seither ist auch gegenwärtig die regelmäßige Beweidung mit Schafen, ideal. Leider wird auch die Hütehaltung von Schafen heutzutage wirtschaftlich immer unattraktiver. Würde die Schafbeweidung aber eingestellt, droht eine völlige Vertuschung der Flächen mit dem unwiederbringlichen Verschwinden der sonnenbedürftigen Blütenvielfalt und ihrer Insektenfauna.
Als dauerhafte Lösung wurde vom NABU-Nordvorpommern nun mit dem Schäfer der Trockenhänge, der Stadt Franzburg sowie den Naturschutzbehörden die feste Einzäunung beschlossen. Die Kosten dafür können aus Fördermitteln der EU und Landes Mecklenburg-Vorpommern finanziert werden. Damit wird hoffentlich auch unseren Kindern und Enkeln die Erholung in den Hellbergen ermöglicht.
 
Was wird gemacht?
Auf 3,5 km Länge wird für den zentralen Teil der Trockenhänge ein bis zu 1,2 m hoher Weidezaun aus Knotengeflecht gebaut. Durch 6 selbstschließende Fußgängerpforten sind Gebiet und Lehrpfad von den gewohnten Stellen weiterhin erreichbar. Neu wird nur die Leinenpflicht für mitgeführte Hunde zum Schutz der Schafe sein. Sollten die Schafe nicht alle störenden Gehölze zurückdrängen können, würde die NABU-Ortsgruppe Franzburg weiterhin praktische Arbeitseinsätze vornehmen.
 
Der weitere Zeitplan
Die Vorplanung des NABU seit Ende 2007 ist inzwischen erledigt. Als nächstes steht jetzt im August und September der eigentliche Bau des Wiedezaunes durch einen Fischbetrieb aus der Region an. Ein Lageplan zum Zaunverkauf wurde den Stadtvertretern sowie der Presse vorgelegt.
 
Gez. Ralf Schmidt
NABU-Kreisgeschäftsstelle Barth
Tätigkeitsbericht für das Jahr 2006
Im Jahre 2006 wurden wiederum 7 Mitgliederversammlungen durchgeführt, in denen die jeweiligen Vorhaben und Stellungnahmen beraten, Pflegemaßnahmen abgesprochen und Anliegen erörtert wurden.
Alle Maßnahmen, die im Gelände veranlasst bzw. durchgeführt wurden, wurden mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur Stralsund und dem Amt Franzburg-Richtenberg sowie dem Bürgermeister der Stadt Franzburg abgestimmt.
 
Arbeit bzw. Mitarbeit an verschiedenen Projekten und Vorhaben
Ein besonderes Anliegen war es, den Fortbestand des seit 1994 bestehenden Naturlehrpfades im Landschaftsschutzgebiet Hellberge zu sichern. Bei den Lehrtafeln handelt es sich um Unikate, die nach den Vorgaben der NABU-Ortsgruppe von dem Stralsunder Designer und Maler Bernd Seiffert entworfen und von dem Stralsunder Maler und Grafiker Horst Herrmann gestaltet wurden. Um kleinere Schäden ohne großen Aufwand ausbessern zu können und schadhafte Tafeln nach und nach durch neue aus geeigneterem Material ersetzen zu können, ließen wir schon 20052 zwei der Lehrtafeln mit eigenen Mitteln digitalisieren. Dank der Förderung durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung konnten wir nun die übrigen acht Tafeln aus Erträgen der BINGO-Lotterie in Höhe von 2.330,00 EURO digitalisieren lassen. Damit sind die Voraussetzungen für den Fortbestand des Lehrpfades als Bestandteil der Umweltbildung im Territorium vorhanden.
 
Im Frühjahr wurden alle Tafeln durch den Wirtschaftshof der Stadt Franzburg wieder aufgestellt und mit neuen Scheiben versehen, wofür die Mittel von der Stadt Franzburg und von der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt wurden. Die Stadt Franzburg bezahlte auch den für die Förderung erforderlichen Eigenanteil.
 
Der Umweltbildung diente auch die erneute Zuarbeit zum „Umweltbildungsführer Region Rostock-Stralsund“.
Der Wirtschaftshof der Stadt Franzburg unterstützte uns, in Absprache mit dem Bürgermeister, bei allen notwendigen Reparaturen und bei der Durchführung von Pflegemaßnahmen sowie bei der Erneuerung zweier Stützgerüste während des ganzen Jahres in vorbildlicher Weise.
Die Pflegemaßnahmen auf den Trockenhängen, die jährlich notwendig sind, um die bunte Vielfalt der Blüten auf denselben zu erhalten, erstreckten sich vor allem auf die Beseitigung von Besenginster im Bereich der Südhanglagen. Die von uns betreuten Pflegemaßnahmen wurden von Arbeitsgruppen des Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungs-Zentrums (BQB) von Januar bis März und dann wieder ab September im Rahmen der Mehraufwandsentschädigung (MAE) durchgeführt.
Von einer dieser Arbeitsgruppen wurde vom Fern-Radwanderweg aus eine Sichtschneise zum Sportplatz hin angelegt. Weitere sollen auf der gegenüberliegenden Seite folgen.
Die Mitglieder der Ortsgruppe haben wiederum die erforderlichen Pflegemaßnahmen zum Sportplatz hin angelegt. Weitere sollen auf der gegenüberliegenden Seite folgen.
Die Mitglieder der Ortsgruppe haben wiederum die erforderlichen Pflegemaßnahmen im Kalkflachmoor durchgeführt. In fünf Arbeitseinsätzen wurde Schilf gemäht und Gehölzaufwuchs beseitigt. Im Frühsommer geschah dies nur auf Teilflächen, im Herbst, am Ende der Vegetationsperiode, auf der gesamten offenen Fläche. Das Mähgut wurde jeweils von der Fläche entfernt. Bei der Mahd wurden wir in diesem Jahr durch einen Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur Stralsund unterstützt. Der Arbeitsumfang betrug 82 Arbeitsstunden mit einem Wertumfang von 1.004,50 EURO.
Um die Renaturierung der ehemals von standortfremden Gehölzen bedeckten Wiese unterhalb des Utkiek im Vorgelände des Kaltflachmoores zu fördern, wurde sie mit dem Staatliches Amt für Umwelt und Natur Stralsund zur Verfügung gestellten Mitteln gemulcht.
Pflegemaßnahmen bei den Vorkommen der Sibirischen Schwertlilie am Südrand der Hellberge wurden von Mitgliedern der Ortsgruppe durchgeführt.
Zu den zwölf in unserem Bereich eingegangenen Baumfällanträgen wurden von uns Stellungnahmen abgegeben. Vier der Anträge wurden nicht bewilligt.
 
Weitere Aktivitäten der Mitglieder der Ortsgruppe
In der Jahresmitgliederversammlung am 10. Mai wurde der bisherige Vorstand in seinem Amt bestätigt. Ihm gehören an:
Georg Matthes       Vorsitzender
Dieter Richter      Stellvertretender Vorsitzender
Bernd Schäfer       Kassenwart
Vera Brandt         Beisitzer
 
Die Kartierung wildlebender höherer Pflanzen sowie die Mooskartierung wurden fortgesetzt, ebenso die Betreuung bedeutender Pflanzenvorkommen im Kreisgebiet. Dabei erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit den Forstämtern Schuenhagen und Abtshagen und mit den jeweils zuständigen Revierförstern und dem Wasserwerk Lüssow, auf dessen Gelände sich das einzige bekannte Vorkommen der Bitterkraut-Sommerwurz in Ostdeutschland befindet. Zu diesen Aktivitäten gibt es eine gesonderte Berichterstattung.
 
Der Bürgermeister erläuterte in einer Versammlung den Flächennutzungsplan der Stadt Franzburg und nahm Vorschläge der Mitglieder zu einzelnen Sachverhalten entgegen.
 
Im Amtsblatt Franzburg-Richtenberg erschienen ein Beitrag über die Aktivitäten der Ortsgruppe im Jahr 2005 und ein Nachruf für unser verstorbenes Mitglied Werner Dettmann.
 
Zur Weiterbildung und zur Bereicherung des Mitgliederlebens wurde in diesem Jahr eine Exkursion mit Familienangehörigen zum Pilzmuseum Neuheide in Verbindung mit einer Darßrundfahrt durchgeführt. Die Jahresabschlussveranstaltung wurde durch einen Lichtbildervortrag über die Vegetation der Alpen bereichert.
 
 
gez. STR Georg Matthes
Vorsitzender der Ortsgruppe
Tätigkeitsbericht für das Jahr 2007
Im Jahr 2007 wurden 6 Mitgliederversammlungen durchgeführt, in denen die jeweiligen Vorhaben, Stellungnahmen, Probleme und vorgesehene Pflegemaßnahmen besprochen und Anliegen erörtert wurden.
Alle Maßnahmen, die im Gelände veranlasst, betreut bzw. durchgeführt wurden, wurden mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Staatliches Amt für Umwelt und Natur Stralsund und dem Bürgermeister der Stadt Franzburg bzw. anderen zuständigen Gremien abgestimmt.
 
Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der Landschaft
 
1. Von der Ortsgruppe betreute bzw. mit ihr abgestimmt Maßnahmen:
Zur Erhaltung der Artenvielfalt im Landschaftsschutzgebiet Hellberge sind, insbesondere an den Südhängen der Trockenrasen, ständig Pflegemaßnahmen erforderlich, um eine Verbuschung des Geländes zu verhindern.
Daher wurden von der Firma Bio-top einige Hektar gemulcht. Das geschah im Frühjahr im Bereich des Utkiek und auf dem Vorgelände des Kalkflachmoores und im Herbst auf dem Südhang eingangs der Hellberge. Die Kosten dafür teilten sich die Stadtverwaltung und die NABU-Ortsgruppe.

Eine Arbeitsgruppe des BQB hat zu Beginn des Jahres Besenginster beseitigt, Sichtschneisen am Fern-Radwanderweg angelegt und Instandsetzungsarbeiten am Naturlehrpfad durchgeführt. Eine weitere Arbeitsgrupe führte Pflegemaßnahmen an den Trockenhängen durch, vor allem Beseitigung von Besenginster und Schlehenaufwuchs.
Für die Beweidung im Bereich der Hellberge wurde vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur mit dem Schäfer ein neuer Vertrag vereinbart.
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Wir beteiligten uns an der Gewässerschau 2007, nahmen an mehreren Baumschauen zur Bearbeitung von Baumfällanträgen teil und nahmen teil an der Beratung der Naturschutzwarte 2007.
Es gab Absprachen bezüglich der touristischen Nutzung der Franzburger Seite des Franzburg/Richtenberger Sees. Durch den Kreisvorstand des NABU wurde eine regelmäßige Beobachtung der Vogelwelt auf dem gesamten See und seinem Umfeld organisiert.
 
Weitere Aktivitäten der Mitglieder der Ortsgruppe
Die Kartierung wildlebender höherer Pflanzen sowie die Mooskartierung wurden fortgesetzt, ebenso die Betreuung bedeutender Pflanzenvorkommen im Kreisgebiet (u.a. Schachblume, Weidenblättriger Alant, Heilziest). Dabei erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit den Forstämtern Schuenhagen und Rügen/Abtshagen und mit den jeweils zuständigen Revierförstern und mit dem Wasserwerk Lüssow, auf dessen Gelände sich das einzige bekannte Vorkommen der Bitterkaut-Sommerwurz Ostdeutschland befindet. Fpür die Ausstellung im Wasserwerk wurde eine Informationstafel gestaltet. Zu diesen Aktivitäten gab es einen gesonderten Bericht.
Eine botanische Exkursion in das Waldgebiet „Großer Horst“ bei Altenpleen beeindruckte die Mitarbeiter des Forstamtes Rügen/Abtshagen besonders durch die Fülle der Orchideen und die Vielzahl der dort vorkommenden Arten.
Wir unterstützen die Projekttage der 9. Bzw. 12. Klassen des Grimmener Gymnasiums, die in den Hellbergen und am Franzburg/Richtenberger See durchgeführt wurden.
Zur Weiterbildung und zur Bereicherung des Mitgliederlebens diente eine Exkursion (mit Familienangehörigen) in den Natur- und Umweltpark Güstrow.
Den Jahresausklang bildete ein Kegelabend, ebenfalls mit Familienangehörigen in Eixen.
 
 
Gez. StR G. Matthes
Vorsitzender der Ortsgruppe
 
 
 
Tätigkeitsbericht für das Jahr 2008
Der organisierte Naturschutz konnte im Jahre 2008 in Franzburg auf eine vierzigjährige Geschichte zurückblicken und die kontinuierliche Arbeit erfolgreich fortsetzen. Es wurden wiederum 6 Mitgliederversammlungen durchgeführt, in denen die anstehenden Vorhaben und Anliegen sowie die erforderlichen Pflegemaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet Hellberge beraten wurden.
Alle Maßnahmen, die im Gelände veranlasst, betreut oder durchgeführt wurden, waren zuvor mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Staatliches Amt für Umwelt und Natur Stralsund und dem Bürgermeister der Stadt Franzburg bzw. anderen zuständigen Gremien abgestimmt worden.
 
Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der Landschaft
1. Von der Ortsgruppe betreute bzw. mit ihr abgestimmt Maßnahmen:
Um die kontinuierliche Pflege der Trockenhänge im Landschaftsschutzgebiet Hellberge auf Dauer zu gewährleisten, wurden für das Projekt „Weidezaun“ die erforderlichen Absprachen mit Beteiligung der Ortsgruppe geführt (Staatliches Amt für Umwelt und Natur Stralsund, Untere Naturschutzbehörde, Forstamt Rügen/Abtshagen, REWA GmbH Stralsund, Schäfer, Bürgermeister. NABU-Kreisvorstand).
Der Südhang am Eingang der Hellberge wurde vom Wirtschaftshof im Frühjahr gestriegelt und im Herbst, soweit möglich, gemäht.
Um die Uferzonen am Richtenberger See zu erhalten und die Entwicklung der entsprechenden Pflanzenwelt zu gewährleisten, wurden entsprechende Vereinbarungen mit dem Bürgermeister und dem Leiter des Wirtschaftshofes getroffen.
Im Zusammenwirken mit dem BQB (Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrum) konnte endlich im November eine dreiköpfige Arbeitsgrupe mit der Beseitigung von Besengingster- und Schlehenaufwuchs auf ausgewiesenen Flächen beginnen. Die Arbeiten werden bis Anfang Februar fortgesetzt.
2. Arbeitseinsätze von Mitgliedern der Ortsgruppe:
Die im Kalkflachmoor erforderlichen Pflegemaßnahmen wurden in vier Arbeitseinsätzen durchgeführt. Im Frühsommer erfolgten die Mahd des Schilfes und die damit verbundene Gehölzbeseitigung auf Teilflächen. Am Ende der Vegetationsperiode geschah dies auf der gesamten offenen Fläche von 0,56 ha. Das Mähgut wurde jeweils auf Schwad gelegt und später durchweg einseitig von der Fläche entfernt. Das wurde möglich, weil wir bei der Mahd große Unterstützung vom Wirtschaftshof hatten.
Beteiligung an Projekten und Maßnahmen in Franzburg und im Kreisgebiet
 
Wir beteiligten uns an insgesamt 7 Baumschauen zur Begutachtung von Baumfällanträgen im Stadtgebiet von Franzburg im Bereich der Windschutzpflanzung Müggenhall-Gersdin und in Richtenberg.
Der Antrag auf Einrichtung einer Parkmöglichkeit am Sportplatz unterhalb des Radweges musste leider ablehnend beantwortet werden, weil sich die vorgesehene Fläche in der Trinkwasserschutzzone II befindet.
Wegen vorgesehener Drainagearbeiten der Agrar-GmbH Wolfshagen auf einem Acker bei Wolfshagen beteiligten wir uns an dem diesbezüglichen Lokaltermin, um die Erhaltung des in der Nähe befindlichen Moores zu sichern.
Wir nahmen auch an der Gewässerschau 2008 teil.
Nach Absprache mit dem Bürgermeister haben wir mit dem Strukturförderverein Stremlow Kontakt aufgenommen. Im Ergebnis der Gespräche wurde zunächst eine neue Sitzgruppe auf dem Utkiek aufgestellt. Zwei weitere wurden von uns bestellt und am Radweg oberhalb des Sportplatzes und am Utkiek aufgestellt. Die Materialkosten von über 600,00 EURO teilten wir uns mit der Stadtverwaltung.
 
Weitere Aktivitäten der Mitglieder der Ortsgruppe
Ein Schwerpunkt dieses Jahres war die Beteiligung zweier Mitglieder an der ganzjährigen vegetationskundlichen Untersuchung des Kalkflachmoores durch eine Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft Geobotanik von Mecklenburg-Vorpommern.
Über das Ergebnis werden die entsprechenden Fachorgane informiert. Der Bericht erscheint im Botanischen Rundbrief für Mecklenburg-Vorpommern.
Eine Exkursion machte die Mitglieder der Greifswalder AG Geobotanik mit der reichhaltigen Pflanzenwelt des bei Altenpleen befindlichen „Großen Horst“ vertraut. Zur Sicherung und damit Erhaltung dieses äußerst wertvollen Lebensraumes sind Maßnahmen durch den Kreisvorstand des Naturschutzbundes (NABU) eingeleitet worden.
Mit den Forstämtern Schuenhagen und Rügen/Abtshagen wurden die Ergebnisse der geobotanischen Arbeit beraten und ausgewertet (z.B. zur Sicherung von Orchideenbeständen).
Die Kartierung wildlebender höherer Pflanzen sowie die Mooskartierung wurden fortgesetzt, ebenso die Betreuung seltener Pflanzenvorkommen im Kreisgebiet (u.a. Schachblume, Weidenblättriger Alant, Heilziest und Bitterkraut-Sommerwurz).
Begonnen wurde mit der Erfassung der sich entwickelnden Ufer- und Wasserpflanzen am und im Richtenberger See. Eine Übersicht liegt vor.  Die Maßnahme wird fortgesetzt.
Wir beteiligten uns an Führungen im Bereich des Richtenberger Sees und führten die Mitarbeiter der  Abteilung Naturschutz der Stadt Stralsund durch die Hellberge.
Zur Weiterbildung und zur Bereicherung des Mitgliederlebens diente eine Exkursion nach Nehringen (mit entsprechender Führung) und zum Jahresausklang ein Kegelabend, ebenfalls mit Familienangehörigen, in Eixen.
 
 
gez. StR Georg Matthes)
Vorsitzender der Ortsgruppe