Auf den Spuren des Fürsten Franz von Braunschweig-Lüneburg

Nach ihm hat Franzburg seinen Namen, ein F im Stadtwappen weist darauf hin. Im niedersächsischen Gifhorn bei Wolfsburg wurde rund um den 23. November 2008 seines Geburtsages vor 500 Jahren mit umfangreichen Restaurierungen, Publikationen und Ausstellungen besonders gedacht. Er hat das Gifhorner Schloss erbaut, deutlich überragt die Kapelle das Bauwerk. Es ist der Kirchbau eines Protestanten, der sich für die lutherische Reformation gemeinsam mit seinen Bruder Ernst aus Celle mit dem Beinamen „der Bekenner“ und anderen Fürsten mit Leib und Leben einsetze. 

In der Gedächniskirche der Protestation zu Speyer befindet sich deshalb eine große figürliche Darstellung des Fürsten in ritterlichem Gewand. Die Welfenherzöge haben Beinamen zur Unterscheidung, man schreibt also beispielsweise nicht Franz V., sonder Franz zu Gifhorn. Sein Vater war Herzog Heinrich „der Mittlere“ im Herzogtum Celle. Franz heiratete Klara von Sachsen-Lauenburg, die 26jährige Schwester der dänischen Königin im Jahre 1547. Den Vornamen Franz soll er von seinen Vater nach dem Ordensgründer Franz von Assisi bekommen haben.

„Franzburgks“ Stadtgründer, Pommernherzog Bogislaw der XIII. (1544-1609); im Stadtwappen mit dem B markiert, übernahm mit 25 Jahren den Klosterort Neuenkamp und heiratete am 7. September 1572 die Tochter des Herzogs Franz von Braunschweig. Gifhorn, die ebenfalls Klara hier und bereits mit Bernhard von Anhalt verheiratet gewesen war. Franz hatte neben Gifhorn auch in Fallersleben mit dem Bau eines Schlosses begonnen, ist 1549 allerdings darüber weggestorben. Seine Witwe Klara hat den Bau 1551 beendet und dort noch etwa 30 Jahre gelebt. Im Schloss befindet sich jetzt das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum, wo an den Dichter des Deutschlandliedes erinnert wird.

Dank der Initiative des Wolfsburger Heimatforschers Ulrich Tietje ist dort 1999 in einer Ausstellung über die Residenzstädte Franzburg-Barth an die historischen Familienbande erinnert worden. Unermüdlich um „unseren Franz“ bemüht, begab sich Ulrich Tietje nun am 9.12.08 noch einmal nach Franzburg, um mit einer persönlichen Schenkung andie Stadt für deren Rathaus eine von dem Steinmetz Heinrich Oberholthaus aus Mörse bei Fallersleben gefertigte Reliefplatte mit dem Porträt des Welfenfürsten zu überreichen. Im Abendvortrag, zu dem Mitglieder der Pommerschen Gesellschaft, Altertumskunde und Kunst gekommen waren, sind, wie ich hörte, möglicherweise die Frauenschicksale nicht ausreichend deutlich behandelt worden.

Beide Herzoginnen verstarben in Nordvorpommern. Herzoginwitwe Klara besuchte von Fallersleben aus öfter ihre Tochter. Bei einem Besuch in Barth verstarb sie am 21. März 1576 in Franzburg. Sie wurde in der fürstlichen Gruft in der Barther Marienkirche beigesetzt. Ein prächtiges Sandstein-Denkmal, das zuerst in der Franzburger Kirche war, erinnert in Sankt Marien Barth daran. Bogislaws Klara starb am 25. Januar 1598 in Franzburg an der Pest. Ihr Grabmal in der hiesigen Schlosskirche ist nicht erhalten.

Bogislaw heiratete ein zweites Mal, die Herzogstochter Anna von Schleswig-Holstein. Die Ehe blieb kinderlos. Er starb dann am 7. März 1608 in Stettin. Sein Prunksarg befindet sich im Stettiner Schloss und ist zu besichtigen.

Bogislaw und Klara hatten 11 Kinder, vier überlebten das fünfte Lebensjahr nicht. Bogislaw und Klaras Ältester ist zugleich der berühmteste Franzburger Herzog Philipp II. von Pommern, der wohl kunstsinnigste Fürst aus dem Grafengeschlecht, den man kennt. Er ist am 28. Juli 1573 verstorben.

Dr. Wolfgang Fiedler